Liebe Leute… ich hatte die Kategorie „Curtain falls“ also Vorhang fällt schon lange im Kopf. Mit dieser Kategorie habe ich mir eine Plattform geschaffen, wo ich in Zukunft meine Gedanken zu bestimmten Themen, zumeist auf das Thema Bloggen bezogen äußern werde.

Heute wende ich mich mit einem Thema an euch, dass mich im Moment sehr beschäftigt. Es geht um das Thema der Werbekennzeichnung auf Instagram. In Deutschland spricht man bereits von Abmahnwellen, sprich immer mehr Bloggerinnen und Blogger bekommen Strafen, da aus der Sicht der zuständigen Behörde nicht ordnungsgemäß, bzw. rechtskonform gekennzeichnet wurde. Vor wenigen Tagen bin ich auf einen Artikel gestoßen, indem es um die Deutsche Bloggerin Vreni Frost ging. Nachdem sie eine dieser Abmahnungen bekam, zog sie vor Gericht. In ihrem konkreten Fall, ging es darum, dass sie einen “Post”, der eigentlich keine Werbung war und wofür sie auch kein Geld bekam, laut der zuständigen Behörde als Werbung hätte kennzeichnen müssen. Auch das Gericht hat diese Annahme vertreten und sprach in weiterer Folge sogar eine Einstweilige Verfügung gegen sie aus, sodass sie in Zukunft jeden einzelnen “Post” als Werbung kennzeichnen muss.

In Österreich gilt im Moment meines Wissens, noch eine andere Rechtsgrundlage. Dennoch fürchten immer mehr, dass sich auch hier zu Lande in Zukunft einiges ändern könnte. Generell ist das Thema Werbekennzeichnung ein sehr heikles, da niemand die genauen Rechtsgrundlagen kennt. Vieles ist Sache der Interpretation. Ich selbst kennzeichne bezahlte Kooperationen mit “Werbung” und auch “PR Samples”, sprich Produkte die ich kostenlos bekomme mit *PR Sample oder *Werbung. Alles, was kein Teil einer Kooperation ist, wird bei mir auch nicht als Werbung gekennzeichnet. Jedoch beginnen immer mehr Bloggerinnen und Blogger bereits jetzt jeden “Post” und jede einzelne Story als Werbung zu kennzeichnen. Ich möchte mich davon distanzieren, denn erstens sehe ich nicht ein, warum ich, wenn ich mir ein Produkt selber kaufe es als Werbung kennzeichnen soll und zweitens stellt sich mir hier auch die Frage der Sinnhaftigkeit. Denn wenn ich alles, egal ob bezahlt oder unbezahlt, egal ob Teil einer Kooperation oder nicht als Werbung kennzeichnen muss, wie sollen die Leute die eigentliche Werbung noch erkennen können? Somit geht der Sinn von Werbekennzeichnung, so wie ich sie verstehe, verloren.

Ein Punkt den ich hier auch unbedingt ansprechen möchte ist, wie es sein kann das jeder Blogger und jede Bloggerin penibel alles kennzeichnen muss, aber im TV reicht es dann wenn für drei Sekunden folgendes Insert eingeblendet wird: „Dieser Beitrag enthält Produktplatzierungen“. Zum Einen kann das eh fast keiner Lesen, so klein wie das geschrieben steht und zum Anderen kann man doch nicht davon ausgehen, dass jeder der das liest auch versteht, dass hier Werbung gemacht wird. Aber der Blogger muss bei Werbung Ausdrücke wie „Werbung“,  “Advertisment”oder “Bezahlte Partnerschaft” schreiben, sodass es ja jeder versteht. Gleichberechtigung sieht für mich anders aus.

Also, ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich auch in Zukunft an meiner Werbekennzeichnung nichts ändern werde, bis ich die erste Abmahnung bekomme. Ich hoffe ja, dass es bei uns in Österreich erst gar nicht so weit kommt und man sich hier auf einer fairen Ebene begegnet, ganz ohne Abmahnwelle und Behördenterror.

picture by Marion Vicenta Payr